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2009 07 02 Gehörlosen-Treffen 2009

www.tbkf.ch RubrikArchiv - Presse/Medien


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TAGBLATT, Ostschweiz: 02. Juni 2009

Pfingsten als reale Erfahrung für Gehörlose

In der Apostelgeschichte wird erzählt, wie die Menschen am Pfingsttag mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden, in fremden Sprachen redeten und einander doch verstanden. Für die 500 gehörlosen, hörbehinderten oder taubblinden Menschen ist das Pfingsterlebnis im Alltag meist wenig spürbar – am Sonntag auf dem Bodenseeschiff Euregia wurde es zur realen Erfahrung – am Pfingsttreffen der SOGS (Schweizerische ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Gehörlosen- und Schwerhörigenseelsorge).

In Umkehrung des Alltags

Pfarrer Achim Menges, Gehörlosenseelsorger der evang.-ref. Kantonalkirche St. Gallen, und Dorothee Buschor Brunner, Gehörlosenseelsorgerin des Bistums St. Gallen, haben das Treffen unter den Titel «verstehen und verstanden werden» gestellt. Gebärdensprache, Umarmungen, Lippenlesen – die Ankommenden am Romanshorner Hafen unterhielten sich prächtig. Für einmal hatten die Hörenden Kommunikationsprobleme, die gehörlosen Menschen erlebten eine eigentliche Umkehrung ihres Alltags.

Verstehen durch Berührungen

Noch schwerwiegender sind die Kommunikationsprobleme für taubblinde Menschen. Ihnen fehlt neben den akustischen Signalen auch der Blickkontakt. Wie sehr das isolieren kann, hat das «TbKF Taubblinden Kultur Forum» während der Fahrt über den See in einem Theaterstück dargestellt. Ansprechen, Gebärden, E-Mail, Telefon, SMS, Radio, TV – alles ist untauglich für die Kommunikation mit ihnen. Da bleibt nicht mehr viel und doch nicht nichts. Körperliche Berührungen und ein in die Hand «geschriebenes» Alphabet ermöglichen Taubblinden die Verständigung mit anderen Menschen.

Seltsame Ruhe

Die wenigen Hörenden staunten über die ungewohnte Ruhe auf dem Schiff und über die vielen hundert Hände, die ständig in Bewegung waren. Im Gottesdienst sprachen Achim Menges und Dorothee Buschor Brunner von der Bedeutung des Pfingstwunders. Alle Menschen trügen eine tiefe Sehnsucht in sich, einander zu verstehen, beachtet und geliebt zu werden. Alle wollten den Sinn in ihrem Leben finden. Diese Wünsche trug die Pfingstgemeinde auf der MS Euregia vor Gott. Eine Ringschaltung ermöglichte schwerhörigen Teilnehmenden, teils mitzuhören. (inf/sar)



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2009 07 02 Flüeli 2 / 2009 07 02 IBZ

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